Mitdenken, Mitbewegen ist unser Motto. Wir wollen unser Publikum zum Nachdenken bringen und sie mit der Problemlösung fordern. Das ist nicht immer leicht, vor Allem nicht bei älteren Schülern, aber immer wieder gelingt es uns diese Begeisterung zu wecken.
Und genau das ist uns heute in einer Lernhilfe-klasse passiert. Wir hatten die vierte von insgesamt fünf Shows in der Klasse und bis jetzt waren die 9. Klässler immer recht reserviert und zurückhaltend. Doch heute lief es anders.
Thema: Mobbing
Situation: Gerd wird von Kai und Flo geärgert und zu Boden gestoßen, während Claudia nur daneben sitzt und liest.
Die Situation war schnell geklärt und die ersten Lösungsvorschläge standen an der Tafel, als der erste Schüler eingetauscht wird. Als Flo stellt er sich zwischen Gerd und Kai und hält letzteren davon ab seinen Frust an Gerd aus zu lassen. Kai versteht nicht was mit seinem Kumpel los ist und verlässt nach kurzem Streit zwischen den Freunden die Bühne.
In der Reflektion erzählt der Schüler dann, dass Kai sich sicher wieder beruhigen würde und mit Flo redet, aber Gerd sich nun sicher besser Fühle.
Der Moderator fing anschließend an zu sammeln, ob solche Situationen auch in der Klasse vorkommen würden, aus welchen Gefühlen sie entstehen und mit welchem Ziel andere gemobbt werden. Die Schüler waren sofort mit Feuereifer dabei, was wir nie erwartet hätten! Die 15-17 jährigen redeten offen über ihre Gefühle und versuchten aus zu drücken, wie man seine Wut und Enttäuschung verarbeitet. (Das Thema und das Stück war natürlich mit dem Lehrer abgesprochen und ähnelte einer alltägliche Klassensituation. Da wir aber immer fordern, keine Personen an zu sprechen sondern allgemeine Situationen zu kreieren wird niemand angegriffen und wir versuchen allgemeine Lösungen zu finden) Die Mindmap an der Tafel war ruck zuck voll und die Zeit verging so schnell, dass der Gong uns mitten im Gespräch unterbrach. Und dann habe ich das erlebt, weshalb ich heute über diese Show schreibe. Ein Großteil der Schüler wollte die Pause ausfallen lassen und noch weiter über das Thema reden. Nach einem kurzen Blick zur Lehrerin, die sofort zustimmte war also klar, dass wir noch weiter machen konnten. Im Endeffekt sind wir eine Dreiviertelstunde nach dem eigentlichen Ende der Show (die selbst nur 45 min. ging) aus der Klasse gegangen.
People's Theater – Mitdenken, Mitbewegen