Heute habe ich ein paar meiner bestellten genähten und bestickten Kleidungsstücke bekommen :-) Toll! Und versucht ein Päckchen nach Deutschalnd zu schicken, damit ich auf der Reise weniger Gepäck habe unmöglich ;-( Das ist teurer als von Deutschland aus. Ich werde noch mal überlegen und soviel ich schaffe an die Mitarbeiter verschenken ... geben soll ja eh seliger sein als nehmen.
Mein Kompagnon den ich heute an seinem Geburtstag auf der Rikscha im Regen durch die Gegend gehetzt habe (Post- und Paketläden) hat sich netterweise bereit erklärt ein bisschen was für mich heimzutransportieren, dafür werde ich ihm die super praktische LED-Batterie-Leselampe schenken, die hier das beste Utensil bei den vielen Stromausfällen ist und die es hoffentlich in Indien und Nepal seltener gibt.
Und es war der letzte Abend unserer mittwöchlichen jour-fix zum Plaudern und Dinner bei den Holy-Cross-Fathers, deren mittlerweile 50-jähriges Wirken ich sehr beeindruckend finde. Sie haben mir einen reizenden Abschied bereitet und mir aufmerksamerweise keine schwere Porzellantasse wie den anderen, sondern extra für meine anschließende Reise ein leichtes Abschiedsgeschenk gemacht haben, das noch dazu ganz toll ist: handwerklich ausgefeilteste, auf Seide gestickte Mutter-Kind-Szenen aus ihrem Frauenprojekt in Mongla/Suedbangladesh.
Beim Arbeiten kamen in letzter Zeit 3 Patienten wieder, die ich mit Verdacht auf Tuberkulose zum Röntgen geschickt hatte. Höchstwahrscheinlich haben sie auch eine und werden dann im Tuberkulosehospital behandelt. Einer kam allerdings schon wieder. Es ging im gestern so schlecht (Atemnot, grau im Gesicht, Verdacht auf Lungenentzündung), dass ich ihn SOFORT ins Krankenhaus geschickt hatte (per Fahrrad-Rikscha!). Den hatten sie aus 2 Krankenhäusern wieder heimgeschickt ohne Medikamente. Bei uns wäre er auf der Intensivstation tagelang behandelt evtl. sogar intubiert worden. Dem habe ich ein Antibiotikum und andere Medikamente gegeben und kontrolliere in eben morgen nochmal. Es ist echt hart hier krank oder alt zu sein!
Die alten, grauhaarigen Rikschafahrer tun mir immer so leid. Sie sind erschöpft, alt und langsam, deshalb bekommen sie auch viel seltener Aufträge. Sie MüSSEN aber diesen Job machen, weil es schlicht und ergreifend keinen anderen für sie gibt. Auf den Straßen gibt es eine gnadenlose Hierarchie: die die ein Auto haben (je teurer desto mehr) fahren rücksichtslos unter lautem Hupen ins Gewühl und die Rikschas müssen ausweichen ohne zu murren, da sie ganz unten in der Wichtigkeit stehen. Aber sie karren einen für ein paar Cent (20 min durch die Stadt kosten ca.30-40 Cent) im Schweiße des Angesichts durch die Gegend und müssen auch noch 1 Euro Miete für das Gefährt zahlen. Die Reispreise steigen gerade extrem und sie brauchen ja besonders viel Energie fürs Fahren.
Merle M. 16.04.2008