Die Arbeit
Dagegen versteht sich SPRACHE GEGEN GEWALT als präventive Maßnahme, bei der Hilfe zur Selbsthilfe geleistet wird. Wir können und müssen Anregungen und Alternativen zeigen, doch den Weg zu einem friedvollen Miteinander muss jeder in sich gehen. Sprache ist die kulturelle Schnittstelle einer sich wandelnden Gesellschaft und Kultur ist das Fundament des Miteinanders.
• Aufsuchendes Arbeiten mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Ballungsvierteln, sog. Problemschulen, Treffpunkten und in Justizvollzugsanstalten
• Filmprojekte
• Theaterprojekte
• Schreibwerkstatt
• Workshops und Seminare zur Zivilcourage und Wege aus der Gewalt
• Sportevents
Das Ziel
Das Selbstwertgefühl von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zu stärken und ihnen die kreativen Möglichkeiten der eigenen Lebensgestaltung eröffnen, ist eines der Ziele unserer Arbeit und derer, die uns unterstützen. Wir zeigen Wege aus der Hoffnungslosigkeit.
Denn Regeln des Miteinanders zu vermitteln, als Vorbild fungieren und emotionalen Rückhalt gewährleisten, ist eine kollektive Aufgabe unserer Gesellschaft, wenn wir ein Zusammenleben der Gegensätze in gegenseitigem Respekt erreichen wollen.
Wir erleben das sprachliche Verkümmern der Gesellschaften. In ihrer Folge treten Gewalt, Identitätslosigkeit und soziale Auflösungstendenzen in Erscheinung.
Über die Ursachen dieses Prozesses – Versäumnisse in der Erziehung, falsche Vorbilder, Migration ohne Integration, steter Sozialabbau und bildungspolitische Versäumnisse – lässt sich debattieren, aber Handeln ist angemahnt.
Denn, wenn Sprache zu einem rudimentären Geröchel verkommt, wird die Sprachlosigkeit durch Gewalt ersetzt.
SPRACHE GEGEN GEWALT ist Kommunikation lernen - ein Miteinander - ist lernen, Konflikte zu lösen, nicht sie zu manifestieren. SPRACHE GEGEN GEWALT ist sich ausdrücken lernen, Druck abbauen durch das Ventil Sprache und zu einem Selbstbewusstsein zu gelangen, das die notwendige Basis für ein Miteinander der Gegensätze bildet. Denn das Ressentiment findet seinen Boden überall dort, wo Menschen Benachteiligung empfinden und sich selbst als bedeutungslos betrachten, angesichts einer Welt, die scheinbar den Einzelnen nicht mehr braucht.
Spielerischer Umgang mit Sprache bedeutet auch spielerischen Umgang mit dem eigenen Selbstbild zu erlangen, der unweigerlich jedem Neid den Nährboden entzieht und falschen Vorbildern die Berechtigung
Die Motivation
Dass die Kriminalitätsstatistiken allgemein rückläufige Zahlen aufweisen, jedoch Körperverletzungen erschreckende Zuwächse verzeichnen, zeigt das sich auflösende Miteinander an. Eine immer stärker sinkende Hemmschwelle führt zu gewalttätiger Konfliktlösung.
SPRACHE GEGEN GEWALT fußt auf zwei Prämissen. Gewalt wird immer nur von einer Minderheit ausgeübt. Daher muss die Mehrheit zum einen dahingehend sensibilisiert werden, dass sie den Begriffen Zivilcourage und Verantwortung wieder zu individuellem Stellenwert verhelfen. Zivilcourage bedeutet, Hinsehen als Haltung erkennen zu lassen, die zum Handeln führt, ohne sich dabei in Gefahr zu bringen.
Und zum anderen geht es darum, der Gewalt das sie nährende Milieu von Verdunkelung, Tabuisierung und Einschüchterung durch Öffentlichmachung zu entziehen Es geht nicht um Brandmarkung, sondern um die Konfrontation von Täter und Tat.
Um diese Zielsetzungen zu realisieren, ist der wirkungsvolle Einsatz von Sprache das herausragende Mittel, denn durch sie lassen sich die Probleme benennen und Lösungen aufzeigen. Es geht um nicht weniger, als um die Wiederbelebung des Miteinanders.
Hindernisse
Der Tag hat 24 Stunden und wenn die nicht reichen nehmen wir die 12 Stunden der Nacht noch hinzu